Hinweis: Um die korrekte Darstellung der Seite zu erhalten, müssen Sie beim Drucken die Hintergrundgrafiken erlauben.
Vorgeschichte

Geisa ist eine kleine Stadt in der thüringischen Rhön mit heute etwa 4700 Einwohner:innen. Die Ansiedlung von Jüdinnen und Juden in Geisa ist seit dem 16. Jahrhundert dokumentiert. Als 1671 das Hochstift Fulda alle Jüdinnen und Juden aus seinem Einflussgebiet auswies, waren davon auch die in Geisa lebenden jüdischen Menschen betroffen. Im Laufe des 18. Jahrhunderts siedelten sie sich jedoch erneut in Geisa an und ließen sich vor allem am sogenannten Judenhaugk (Judenhügel), dem heutigen Schlossberg, nieder. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts erkannte die Geisaer Stadtordnung Juden nicht als vollwertige Bürger an. Dennoch entfaltete sich das jüdische Leben in dieser Zeit in Geisa. Vermutlich in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts hatte die jüdische Gemeinde eine erste Synagoge und einen Friedhof errichtet, im Laufe des 19. Jahrhunderts gründete sie eine jüdische Schule unter staatlicher Aufsicht. 



Blick auf den zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert entstandenen jüdischen Friedhof in Geisa, 2023. Er ist am Ortsausgang in Richtung Schleid gelegen. Der älteste dort lesbare Grabstein stammt aus dem Jahr 1829. (Foto: Sophie-Marie Hohmann)




Spendenaufruf in der Allgemeinen Zeitung des Judentums, 29. August 1859. Am 23. Juni 1858 zerstörte ein Großbrand in der Geisaer Oberstadt die Synagoge mitsamt der jüdischen Schule sowie zahlreiche Wohn- und Wirtschaftshäuser. Von der Zerstörung waren 30 der 39 in Geisa lebenden jüdischen Familien betroffen. Gemeinsam mit dem Landesrabbinat des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach warb die jüdische Gemeinde um Spenden und konnte schon vier Jahre nach dem Brand eine neue Synagoge einweihen. (Compact Memory – Universitätsbibliothek Frankfurt)


Mit rund 180 Mitgliedern (etwa 11 % der Gesamteinwohnerschaft von Geisa) erlebte die jüdische Gemeinde in den 1860er Jahren ihre größte Blüte. Seitdem sank die Zahl der jüdischen Einwohner:innen in Geisa aufgrund von Abwanderung in größere Städte oder Auswanderung (vor allem nach Nordamerika) stetig. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte sich die Zahl der jüdischen Einwohner:innen von 180 auf rund 90 Personen halbiert. 


Nachdem in Folge der Reichsgründung 1871 allen männlichen Juden mit deutscher Staatsbürgerschaft erstmals im ganzen Deutschen Reich die vollen Bürgerrechte zugesichert worden waren, behaupteten sich auch die jüdischen Bürger innerhalb der Geisaer Stadtgesellschaft. 1879 wurde mit Michel Herz Bettmann erstmals ein Jude in den Geisaer Stadtrat gewählt. Darüber hinaus waren die jüdischen Einwohner:innen in lokalen Vereinen wie dem Krieger- und Militärverein, dem Rhönklub-Zweigverein, dem Sängerbund oder dem Turnverein aktiv. 



Blick auf die neue Synagoge (links), die katholische Kirche (Mitte) und die evangelische Kirche (rechts) in Geisa, Datum unbekannt. Die 1862 eingeweihte Synagoge hob sich als großzügig errichteter Backsteinbau mit seiner achteckigen Kuppel deutlich vom restlichen Stadtbild ab. Als repräsentatives Gebäude zeugte sie von einer selbstbewussten jüdischen Gemeinde.  (Privatsammlung Manfred Dittmar)

Die Ereignisse im November 1938

In der Nacht vom 9. auf den 10. November plünderten und demolierten Männer der lokalen SA und ältere HJ-Angehörige die Geisaer Synagoge. Anders als in vielen anderen Gemeinden wurde die Synagoge allerdings nicht in Brand gesetzt, vermutlich um die sich in unmittelbarer Nähe befindenden Wohnhäuser in der Geisaer Oberstadt zu schützen. Nach einem am Folgetag der Ereignisse erstellten Bericht des Oberstaatsanwalts in Eisenach an den Generalstaatsanwalt in Jena zerstörten die Angreifer Fenster, Türen und die gesamte Inneneinrichtung des jüdischen Gotteshauses. Lokale Zeitzeug:innen erinnern hingegen, dass anfänglich die Empore, Bänke sowie der Gebetsstand noch erhalten gewesen waren und erst nach und nach von Geisaer Bürger:innen aus dem zerstörten Gotteshaus geschafft und als Heizmaterial verwendet wurden. 



Zeichnung des Innenraums der Geisaer Synagoge von Henry (auch Heinrich oder Henryk) Okolica, 1992.  Der im nahegelegenen Tann (Rhön) lebende Lehrer Henry Okolica unterrichtete bis 1938 einmal pro Woche in Geisa jüdischen Religionsunterricht und betrieb einen Hebräisch-Sprachkurs für junge jüdische Erwachsene in der Region, die sich auf die Auswanderung nach Palästina vorbereiteten. Zuletzt unterrichtete er eine Woche vor dem Novemberpogrom in der Synagoge.  (Heimat- und Geschichtsverein „Geisaer Amt“, Sammlung Heinz Kleber)



Bericht in der „Jüdischen Weltrundschau“ über die Zerstörung der Synagogen im Gebiet Hessen-Nassau im Kontext der Novemberpogrome, 5. Februar 1940. Unter den vom ehemaligen Landesrabbiner in Kassel, Dr. Robert R. Geis, gelisteten 1938 zerstörten Synagogen findet sich auch das jüdische Gotteshaus von Geisa. Die Jüdische Weltrundschau erschien von März 1939 bis Mai 1940 in Paris. (Compact Memory – Universitätsbibliothek Frankfurt)


Auch die 1938 noch existierenden sechs jüdischen Geschäfte wurden während des Novemberpogroms von den SA- und HJ-Angehörigen angegriffen. Die Täter zerstörten die Fensterscheiben und Auslagen, die Waren warfen sie für alle Bürger:innen der Stadt sichtbar auf die Straßen, wie ein nicht-jüdischer Zeitzeuge aus Geisa erinnerte: 


Besonders ist mir das Geschäft von Bernhard Lustig in Erinnerung. Die Waren aus dem Laden lagen verstreut auf der Straße und auf dem Marktplatz bis zum Haus vom Fleischer Will gegenüber. Dieser Geschäftsmann hatte sich ganz der Bevölkerung der Rhön angepasst. Daher lagen insbesondere Rosenkränze, Heiligenbilder, Weihnachtskrippen und andere Gegenstände auf der Straße.“  Unbekannt, zitiert in: Kleber: Christen und Juden, S. 89.


In der Nacht vom 9. auf den 10. November wurde der jüdische Kaufmann Bernhard Lustig gemeinsam mit den anderen jüdischen Einwohner:innen, darunter auch Frauen und Kinder, gewaltsam aus ihren Häusern und Wohnungen geholt und in die Gaststätte „Linde“ gebracht. Dort blieben sie vermutlich bis zum darauffolgenden Tag. Anders als an anderen Orten, transportierten die Geisaer SS-Angehörigen auch die jüdischen Frauen und Kinder mit dem Zug nach Weimar, wie es die damals 12-jährige Hannelore Militzer Anfang der 2000er Jahre erinnerte: 


„Am schlimmsten war die Kristallnacht, also die Nacht vom 9. zum 10. November, wo man uns aus den Betten holte, um uns abzutransportieren. Wohin wollte man uns nicht sagen. Alle Juden, Männer, Frauen und Kinder, wurden in die „Linde“ gebracht. Meine Mutter war außer sich, weil sie weder meinen Vater benachrichtigen durfte noch wusste, was mit ihm passiert sein könnte. Jedenfalls wurden wir per Zug und mit vielfacher SS-Begleitung nach Weimar zur Gestapo gebracht, wo man die SS-Leute rügte, dass sie Frauen und Kinder mitbrachten. Man behielt alle Männer. Frauen und Kinder konnten sehen, wie sie wieder nach Hause kommen würden. […] Es stellte sich dann auch heraus, dass Geisa der einzige Ort in ganz Deutschland war, wo man auch Frauen und Kinder mitgenommen hatte. Langsam kamen alle Verhafteten wieder nach Hause, nachdem sie Wochen in Buchenwald verbracht hatten. Wir wussten damals, dass das der Anfang vom Ende sein würde.“  Hannelore Noe (geb. Militzer) Anfang der 2000er Jahre, zitiert in: Kleber: Christen und Juden, S. 88.


Wie Hannelore Noe (geb. Militzer) beschrieb, konnten sie und die anderen Kinder und Frauen direkt von Weimar nach Geisa zurückkehren. Ihre Väter, Großväter und Ehemänner wurden jedoch gemeinsam mit weiteren annähernd 10.000 jüdischen Männern aus Thüringen, Hessen, Sachsen, Schlesien, Franken und dem Rheinland in das seit 1937 im Aufbau befindende Konzentrationslager Buchenwald gebracht. Hier wurden sie gewaltsam und unter prekären hygienischen Verhältnissen für mehrere Wochen festgehalten.



Eine sogenannte Geldverwaltungskarte, die für Bernhard Lustig während seiner Haft im Konzentrationslager Buchenwald erstellt wurde, 1938. (Arolsen Archives)

Folgen

Bis Anfang 1939 mussten alle jüdischen Geschäftsleute ihre Läden im Zuge der „Arisierung“ zwangsweise schließen und oft weit unter ihrem Wert verkaufen. Dies bedeutete den Verlust ihrer wirtschaftlichen Existenzgrundlage. 


Die Ruine der Synagoge blieb bis zu deren Abriss 1940 erhalten. Zeitzeugen berichten davon, dass sie als Kinder in der zerstörten Synagoge spielten. Dabei müssen die Spuren der Zerstörung offen sichtbar gewesen sein, wie es der Geisaer Bauunternehmer Emil Hohmann 1945 erinnerte. So sei das Innere der Synagoge stark demoliert und beschädigt gewesen. Die früheren Bänke und alles Brennbare waren verschwunden. Im September 1940 hatte Hohmann mit der Stadt Geisa eine Vereinbarung über den Abriss des Synagogenbaus geschlossen: er baute das zerstörte Gotteshaus vollständig für die Stadt zurück und kaufte ihr das beim Abbruch entstandene Baumaterial für 500 RM ab. Die Stadt Geisa machte somit mit der Auslöschung des wichtigsten jüdischen Bauwerks in ihrem Ort ein rentables Geschäft. 



Blick auf die große Freitreppe der Synagoge, Datum unbekannt. Die Steine des imposanten Steinsockels wurden 1945 für die Errichtung einer Kapelle auf dem Weiherberg bei Geismar verwendet. Die Kapelle wurde im Jahr 2003 durch einen Brand zerstört. (Privatsammlung Manfred Dittmar)


Seit 1941 wurden die noch in Geisa lebenden Jüdinnen und Juden von den lokalen Behörden gezwungen, in sogenannte Judenhäuser zu ziehen. Diese befanden sich im Haus Nr. 260 am Markt, in den Häuser Nr. 33 und 35 der Schulstraße sowie in der ehemaligen jüdischen Schule in der Brunnengasse/Ecke Schulstraße. Diese oft sehr beengten Zwangsquartiere waren die letzten Wohnstätten der Betroffenen, bis sie 1942 mit den in Thüringen einsetzenden Deportationen von den Nationalsozialisten aus ihrer Heimat verschleppt wurden.


Am 9. Mai 1942 mussten sich die ersten acht aus Geisa stammenden jüdischen Bürger:innen gemeinsam mit weiteren über 500 Thüringer Jüdinnen und Juden in der Sammelstelle der Gestapo in Weimar einfinden. Von hier aus wurden sie am folgenden Tag über Leipzig und Chemnitz nach Lublin deportiert, was sie nach zwei Tagen des qualvollen Transports am 12. Mai erreichten. Von Lublin aus zwang die SS die Betroffenen zu Fuß in das östlich von der Stadt gelegene Ghetto Bełżyce zu gehen. Sehr wahrscheinlich wurden die aus Geisa stammenden Personen entweder bei einem der dort von der SS verübten Massaker getötet oder nach einem Transport in das nahegelegene Vernichtungslager Majdanek ermordet.



Übersicht der vom 9. auf den 10. Mai aus Geisa deportierten Jüdinnen und Juden, 10. Mai 1942. Unter den aus ihrer Heimat Verschleppten befanden sich das Ehepaar Sitta und Adolf Stern. Ihre Söhne Martin und Albert waren 1937 bzw. 1939 nach Palästina geflohen. Ihrer Tochter Marga war 1939 die Flucht in die USA gelungen. Die drei Kinder verloren ihre Eltern in der Shoah. (Arolsen Archives)


Am 19. September 1942 startete der zweite große Transport von 364 aus Thüringen stammenden Menschen von Weimar in Richtung Theresienstadt. Unter den meist älteren Betroffenen waren weitere acht Jüdinnen und Juden aus Geisa. Drei von ihnen wurden in dem Lager ermordet oder starben unter den menschenverachtenden Haftbedingungen. Babette Heilbrunn wurde weiter in das Arbeits- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet. Die vier übrigen Personen, Hannchen und Louis Heilbrunn sowie Louis und Klara Moses, überlebten die Shoah und kehrten 1945 kurzeitig nach Geisa zurück. 


Nach dem Ablauf der beiden großen Deportationen wurden die letzten noch in Thüringen lebenden Jüdinnen und Juden in kleinen Gruppen aus ihrer Heimat verschleppt. Zu diesen Transporten zählt die für den 1. März 1943 geplante Deportation von Franziska (genannt Franzi) Stern und Henriette Schragenheim aus Geisa. Letztere nahm sich nach Erhalt des Deportationsschreibens das Leben. Franziska Stern wurde in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert und vermutlich dort ermordet. Ein gutes Jahr später, im Juli 1944, wurde die mit einem nicht-jüdischen Mann verheiratete Martha Militzer für drei Wochen in das Gefängnis der Gestapo in Weimar verschleppt und von dort aus ebenfalls nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Hier wurde sie vermutlich am 27. Januar 1945 von der sowjetischen Armee befreit. Vier Tage später wurde ihre Tochter Hannelore als letzte noch in Geisa lebende „Halbjüdin“ am 31. Januar 1945 mit dem letzten Sammeltransport aus Thüringen nach Theresienstadt deportiert. Auch sie konnte überleben. 


Als die Nationalsozialisten 1933 reichsweit die politische Macht übernommen hatten, lebten in Geisa 72 Jüdinnen und Juden. Nicht für alle von ihnen kann ihr weiterer Lebensweg nachgezeichnet werden. Belegt ist, dass sieben von ihnen in ihrer Heimatstadt Geisa verstarben und auf dem jüdischen Friedhof beigesetzt wurden, bevor sie Opfer der Shoah werden konnten. Weitere 31 Personen konnten ihr Leben durch eine Flucht, am häufigsten in die USA, retten. 25 weitere Jüdinnen und Juden wurden von Geisa oder einem anderen Ort aus in eines der Ghettos oder Lager deportiert. 19 von ihnen wurden in der Shoah ermordet. Nur Hannchen und Louis Heilbrunn, Louis und Klara Moses sowie deren Tochter Martha und Enkelin Hannelore Militzer überlebten die Verfolgung und kehrten 1945 in ihre einstige Heimat zurück. Doch sie alle schienen das Erlebte nicht überwinden zu können und verließen Geisa bis spätestens 1948. Hannelore Noe, geb. Militzer, schrieb dazu Anfang der 2000er Jahre: 


„Das Verachten der allgemeinen Bevölkerung kam bei mir nach dem Krieg. Zu meinem Erstaunen wollte auf einmal jeder wieder Freund sein, guten Tag sagen, als wenn nichts geschehen wäre. Da war nicht eine einzige Person, die sich für die schlechten Taten und das schlechte Benehmen entschuldigt hat. Das Verhalten, als wenn nichts gewesen wäre, nahm mir den Atem. Da ich aber frei atmen wollte, musste ich von dem Platz weg.“


Hannelore Noe, geb. Militzer, Anfang der 2000er Jahre, zitiert in: Kleber: Christen und Juden, S. 129.

Biografien

Familie Moses


Louis Moses wurde am 26. Februar 1870 in Tann (Rhön) geboren und war von Beruf Kaufmann. Gemeinsam mit seiner am 1. Mai 1876 geborenen Frau Klara Moses (geb. Lindner) hatte er drei Kinder und führte in Geisa zentral am Markt ein Geschäft für Damen- und Herrenbekleidung. 



Der Geisaer Kaufmann Louis Moses, undatiert. (Heimat- und Geschichtsverein „Geisaer Amt“, Sammlung Heinz Kleber)


Während des Ersten Weltkriegs leistete Louis Moses wie viele weitere männliche Juden aus Geisa Kriegsdienst. In den 1920er Jahren gehörte er dem Vorstand der lokalen Synagogengemeinde an. Noch 1933, dem Jahr der nationalsozialistischen Machtübernahme, gründete er eine Ortsgruppe des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten. Dieser national ausgerichtete Bund bestand bereits seit 1919 und setzte sich reichsweit gegen Antisemitismus und für eine stärkere Assimilierung von Jüdinnen und Juden in die deutsche Gesellschaft ein. 1934 wurde der Reichsbund und damit auch seine Geisaer Ortsgruppe verboten. 



Mit Hakenkreuzen dekorierter Wagen auf dem Geisaer Markt vor dem Geschäft des jüdischen Kaufmanns Louis Moses, undatiert. (Heimat- und Geschichtsverein „Geisaer Amt“, Sammlung Heinz Kleber)


Im Juni 1938 wurden alle jüdischen Haushalte von der Stadt Geisa dazu verpflichtet, eine Auskunft über ihr Privatvermögen zu erbringen. Aus dieser wird ersichtlich, dass Louis Moses trotz seines Geschäfts über ein relativ geringes Vermögen verfügte. Mit großer Wahrscheinlichkeit hatte die antijüdische Propaganda auch in Geisa dazu geführt, dass jüdische Geschäfte über immer weniger Kund:innen verfügten und damit nach und nach ihrer Existenzgrundlage beraubt wurden. 


In Folge des Novemberpogroms 1938 wurde Louis Moses gemeinsam mit den anderen jüdischen Männern aus Geisa von der SS in das Konzentrationslager Buchenwald verschleppt und dort für etwa zwei Wochen unter menschenverachtenden Bedingungen festgehalten. 



Im Konzentrationslager Buchenwald erstellte Übersicht über die aus der Lagerhaft entlassenen Personen, 23. November 1938. Nach fast zwei Wochen Haft wurde Louis Moses gemeinsam mit den ebenfalls aus Geisa stammenden Jakob Blaut, Julius Grünbaum und Hermann Stern (nicht auf dieser Liste) aus dem Lager entlassen. (Arolsen Archives)


Nach seiner Rückkehr nach Geisa war er mit der Auflösung seines Geschäfts konfrontiert. Mit der am 12. November 1938 erlassenen „Verordnung zur Ausschaltung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben“ zwang der nationalsozialistische Staat alle Jüdinnen und Juden, ihre Geschäfte und Betriebe zum 1. Januar 1939 zu schließen. Über einen kurzen Zeitraum konnte das Geschäft der Familie Moses durch ihren nicht-jüdischen Schwiegersohn Hans Militzer weitergeführt werden, dann wurde es geschlossen. Trotz dieser gewaltvollen Erfahrungen und der immer weiter zunehmenden Verfolgung entschieden sich Louis und seine Frau Klara Moses gegen eine Flucht aus ihrer Heimatstadt.


Am 19. September 1942 wurden Klara und Louis Moses gemeinsam mit weiteren 362 Thüringer Jüdinnen und Juden ab Weimar über Leipzig in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Von ihrer Verschleppung hatten sie erst etwa eine Woche zuvor, zu Beginn der jüdischen Neujahrstage (Rosch Ha-Schanah), erfahren. Sowohl dem im Jahr 1945 bereits 75-jährigen Louis als auch der 69-jährigen Klara Moses gelang es, die Shoah zu überleben. Von ihren drei Kindern überlebte nur ihre Tochter Martha. 


Nach ihrer Befreiung kehrten die beiden zunächst nach Geisa zurück. Vermutlich 1948 verließen sie Geisa in die amerikanische Besatzungszone nach Frankfurt am Main, wo sie mit ihrer Tochter Martha und deren Mann zusammenlebten. Nachweislich 1951 verließ Klara Moses Deutschland mit einem Flugzeug in Richtung Paterson, New Jersey. Vermutlich versuchte sie so zur ihrer Enkeltochter Hannelore Militzer zu kommen, die im nahegelegenen Clifton, New Jesery lebte. Ob ihr Mann Louis Moses zu diesem Zeitpunkt noch lebte und sie bei der Ausreise begleitete, ist unbekannt. Auch über Klaras Ankunft und ihr weiteres Leben in den USA ist nichts bekannt. 



Vermutlich von der International Refugee Organization (IRO) erstellte Übersicht über die Passagierliste für einen Flug in die USA, etwa Mai/Juni 1951. Unter den Passagieren findet sich auch die am 1. Mai 1876 geborene Klara (hier als Clara S.) Moses. (Arolsen Archives)


Familie Militzer 


Hannelore Militzer wurde am 29. Juli 1926 in Berlin geboren. Ihre Eltern, die am 10. Januar 1900 geborene jüdische Mutter Martha Militzer (geb. Moses) und der am 12. Oktober 1912 geborene nicht-jüdische Vater Hans Militzer, waren seit Oktober 1925 verheiratet. 1930 zogen sie in die Heimat von Martha Militzer, um ihren gesundheitlich angeschlagenen Vater Louis und ihre Mutter Klara Moses bei dem Betrieb ihres Modegeschäfts zu unterstützen. Nachdem es in Folge des antijüdischen „April-Boykotts“ 1933 immer schwieriger wurde, Waren in Geisa zu verkaufen, bot die Familie Militzer ihre Produkte per Fahrrad oder Taxi in den umliegenden Dörfern zum Verkauf an. 


Hannelore Militzer besucht bis Ende 1938 die Volksschule in Geisa. Diese Zeit war für sie von großer Angst und Schutzlosigkeit geprägt, wie sie später berichtete: 


„Da ich mich kaum auf die Straße wagte, wenn die Schüler nicht in der Schule waren, da man mir Steine und gemeine Worte nachwarf und -rief […]. So lange ich noch in die Schule ging, konnte ich mich während der Pausen nicht auf dem Schulhof aufhalten. Es war aufreibend. Glücklicherweise wohnten wir nur zwei Häuser von der Schule.“ 


Hannelore Noe (geb. Militzer) Anfang der 2000er Jahre, zitiert in: Kleber: Christen und Juden, S. 68.


Nur fünf Tage nach den Geschehnissen des Novemberpogroms gab das Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung am 15. November 1938 einen Erlass heraus, der jüdischen Schüler:innen den Besuch „deutscher“ Schulen untersagte. Auch die Schulleitung in Geisa folgte diesem Erlass, für Hannelore Militzer war der Besuch der dortigen Volksschule ab sofort verboten. Für kurze Zeit konnte sie die jüdische Bezirksschule in Bad Nauheim besuchen, dann wurde auch diese im Juni 1939 geschlossen. Um trotzdem noch eine schulische Ausbildung zu erhalten, schickten Hans und Martha Militzer ihre Tochter auf das Philanthropin in Frankfurt am Main. Es handelte sich dabei um eine liberal-jüdische Schule, die bereits 1804 gegründet worden war. Als die Nationalsozialisten im April 1941 den Schulbetrieb an allen höheren jüdischen Schulen verboten, musste auch das Philanthropin diesen Schulteil schließen. Für Hannelore Militzer bedeutete dies das Ende ihrer schulischen Ausbildung.


Während des Krieges führte die Familie ein weitestgehend isoliertes und verarmtes Leben in Geisa. Nur wenige Mitbürger:innen halfen der Familie, wie Hannelore Noe (geb. Militzer) Anfang der 2000er Jahre beschrieb: 


„Man musste bereits nach der Kristallnacht allen Schmuck abgeben, und alles Vermögen wurde beschlagnahmt. Man durfte, wie schon gesagt, kein Haustier halten, kein Radio, keine Schreibmaschine, keine Kamera, keine Gemälde besitzen. Kino und Theater waren verboten. Lebensmittelkarten waren beschränkt. Sonderzuteilungen bekamen wir nicht. Es war daher eine Salbe auf die Wunden, dass es gute Menschen gab, die uns aushalfen. Sie hatten zwar gerechtfertigte Angst, und alle Verbindungen geschahen in der Dunkelheit, aber sie taten doch, was sie für richtig hielten.“


Hannelore Noe, geb. Militzer, Anfang der 2000er Jahre, zitiert in: Kleber: Christen und Juden, S. 128.


Im September 1942 wurden Marthas Eltern Louis und Klara Moses in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Zwei Jahre später, im Juli 1944, wurde auch Martha Militzer in das Gestapo-Gefängnis in Weimar inhaftiert, von wo sie nach wenigen Wochen in das Arbeits- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert wurde. Ihr nicht-jüdischer Ehemann Hans Militzer wurde ab Oktober 1944 zu Zwangsarbeit verpflichtet. Dabei war er zuerst bei der Reaktivierung des sogenannten Westwalls in der Nähe der niederländischen Grenze eingesetzt, dann in Meiningen und zuletzt in einem Strafgefangenenlager bei Herleshausen. Ihre 18-jährige Tochter Hannelore, die allein in Geisa zurückblieb, wurde noch im Januar 1945 nach Theresienstadt deportiert. 


Alle drei überlebten die nationalsozialistische Verfolgung und kehrten nach Geisa zurück. Drei Jahre lang versuchten sie ihr Leben in Geisa neu aufzubauen. Hans Militzer wurde von den sowjetischen Besatzern als stellvertretender Bürgermeister eingesetzt. Doch ein Neuanfang in Geisa war für die Familie nicht möglich. 1948 verließen sie Geisa in Richtung Frankfurt am Main. Hannelore emigrierte von hier aus im Mai 1949 in die USA. Da ihr Vater nicht-jüdischer deutscher Staatsangehöriger war, wurde ihm die Einreise in die USA zunächst nicht genehmigt. In der Zwischenzeit arbeitete er bei der sich im Wiederaufbau befindenden jüdischen Gemeinde in Frankfurt. 



Von der International Refugee Organization (IRO) erstellte Karte für Martha Militzer, etwa 1949. Die IRO kümmerte sich um die Versorgung von sogenannten Displaced Persons (DPs), die sich in den westlichen Besatzungszonen in Deutschland aufhielten. Martha und ihr Mann Hans Militzer versuchten über die Organisation eine Ausreise in die USA zu erreichen. (Arolsen Archives)


Wann Hannelores Eltern ihr in die USA folgen konnten, ist unbekannt. Klar ist, dass sich die Familie dort wiederfand und sich gemeinsam niederließ. Hans Militzer verstarb 1999, seine Frau wohl schon früher. 


Theodor Dombrowicz


Theodor Dombrowicz wurde am 27. April 1908 in Dambitsch in der preußischen Provinz Posen (heute Dąbcze in Polen) geboren und katholisch getauft. Nach seinem Schulabschluss absolvierte er eine Lehre bei der städtischen Sparkasse Trachenberg (heute: Żmigród) und arbeitete dort anschließend als Angestellter. 1934 wechselte an die Kreis- und Stadtsparkasse nach Rothenburg in der Oberlausitz. Dort wurde er nach drei Monaten zum stellvertretenden Kassenleiter befördert. 


Im Februar 1937 heiratete er seine Frau Else Heinrich, mit der er 1939 ein Kind bekam. 1937 zog das Ehepaar nach Geisa, wo Theodor Dombrowicz als Leiter der städtischen Sparkasse tätig wurde. Im darauffolgenden Jahr wurde er durch den Stadtrat und den NSDAP-Leiter des Kreises Eisenach in das Amt des Bürgermeisters der Stadt Geisa berufen, das er am 14. September 1938 im Alter von nur 30 Jahren offiziell antrat. Zu seiner politischen Amtseignung gehörte, dass er seit dem 1. Mai 1933 NSDAP-Mitglied war. Zudem hatte er von 1934 bis 1937 das Amt des Kreisfilmstellenleiters bei der NSDAP-Kreisleitung Rothenburg innegehabt und war ebenso Mitglied im „Reichsbund der deutschen Beamten“, in der nationalsozialistischen Volkswohlfahrt und im Reichsluftschutzbund. 


Durch sein neues Amt als Bürgermeister wurde Dombrowicz gleichzeitig Leiter der Geisaer NSDAP-Ortsgruppe. In dieser Doppelfunktion verantwortete er nicht nur die gewaltsamen Ausschreitungen und Übergriffe auf die jüdischen Bürger:innen seiner Stadt im Zuge der Novemberpogrome, sondern setzte auch die zahllosen diskriminierenden politischen Maßnahmen und Gesetze der Nationalsozialisten um, die zur Vertreibung und Verschleppung aller Geisaer Jüdinnen und Juden führte. 




Schreiben von Theodor Dombrowicz an den Reichsfinanzminister und den Thüringer Oberfinanzpräsidenten, 2. Mai 1939. Gut ein halbes Jahr nach den gewaltsamen Ausschreitungen während der Novemberpogrome versuchte der Geisaer Bürgermeister Theodor Dombrowicz eine Zwangsenteignung der in Geisa lebenden Jüdinnen und Juden beim Reichsfinanzminister Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk zu erwirken. Mit dem gestohlenen Geld wollte er in Geisa ein Hitlerjugend-Heim errichten lassen. Seine Pläne scheiterten. (Landesarchiv Thüringen – Hauptstaatsarchiv Weimar, Der Oberfinanzpräsident Thüringen Nr. 557, Bl. 2f.)


Seit 1942 leitete Dombrowicz als Nebentätigkeit zu seinem Bürgermeisteramt die Geisaer Stadtsparkasse mit. Aus Sicht der Thüringer Behörden schien er dabei gute Arbeit zu leisten, 1944 erwog das Thüringer Innenministerium, Dombrowicz als Bürgermeister einer größeren Gemeinde einzusetzen. 


Am 3. April 1945 erreichten amerikanische Truppen die Stadt Geisa. Kurze Zeit später wurde Theodor Dombrowicz seines Amtes enthoben und bis Anfang Juni unter Arrest gestellt. Im Juli 1945, kurz nach der Übergabe der Besatzungsverwaltung in Thüringen an die sowjetischen Truppen, wurde er von sowjetischen Soldaten für kurze Zeit in Haft genommen. Ob er für die von ihm mitverantworteten Verfolgung der Geisaer Jüdinnen und Juden einer juristischen Ahndung unterzogen wurde, ist unbekannt. Über sein weiteres Leben ist nichts bekannt.

Justizielle Ahndung

Ob es im Zusammenhang mit der Zerstörung der Synagoge und den Ausschreitungen bei den Novemberpogromen in Geisa zu einer späteren justiziellen Ahnung kam, ist nicht bekannt. 

Spuren und Gedenken

Das Grundstück der 1938 zerstörten Synagoge am Schlossberg wurde 1951 zurück in den Besitz der Jüdischen Landesgemeinde Thüringens gegeben. Diese verkaufte es an die Stadt Geisa. Heute ist der sich auf dem Grundstück befindende Garten Privatbesitz. 



Das vermutliche letzte Zeugnis aus der ehemaligen Synagoge: Die Gedenktafel für die gefallenen jüdischen Kriegsteilnehmer des Ersten Weltkrieges aus Geisa, 2023. Während des Ersten Weltkriegs hatten zwanzig jüdische Männer aus Geisa Kriegsdienst geleistet, vier von ihnen waren dabei ums Leben gekommen. Nach dem Krieg hatte die jüdische Gemeinde die Gedenktafel im Eingangsbereich der Synagoge angebracht. Von dort aus wurde sie zu einem unbekannten Zeitpunkt auf den jüdischen Friedhof verlagert.  (Foto: Sophie-Marie Hohmann)


Inschrift: 


1914/18


Der Heldentod fürs Vaterland erlitten aus unserer Gemeinde 


Paul Goldschmidt  geb. 17. März 1893, gef. 4. Okt. 1917
  18. Tischri 5678
Louis Lustig 27. Nov. 1888, gef. 21. Juni 1918
  11. Tamus 5678
Martin Levistein 27. Febr. 1890, gef. 8. Aug. 1918
  30. Aw 5678
Kuno Lustig 17. Nov. 1886, gef. 30. Okt. 1918
  24. Marcheschwan 5678

Liebe ist stärker als der Tod.


Anlässlich des 40. Jahrestags der Novemberpogrome gedachten die Natur- und Heimatfreunde im Kulturbund der DDR 1978 erstmals öffentlich der Zerstörung der Synagoge in Geisa und legten einen Kranz mit der Aufschrift: „Im Gedenken der Synagoge in Geisa 1938 – 1978“ am ehemaligen Standort der Synagoge nieder. Neben der Erinnerung an die gewaltsamen Übergriffe auf die einstige jüdische Gemeinde bemühten sich die Mitglieder der Natur- und Heimatfreunde um die öffentliche Erinnerung an den jüdischen Lehrer Moritz Goldschmidt aus Geisa. Als Botaniker hatte er seit Ende des 19. Jahrhunderts verdienstvolle Forschungen in der Rhön betrieben und war unter den frühen Mitgliedern des für die Natur- und Heimatfreunde immer noch wichtigen Rhönklubs gewesen. Ihm zu Ehren wurde u.a. im September 1989 eine Gedenktafel an seinem ehemaligen Wohnhaus in Geisa angebracht, die heute allerdings nicht mehr erhalten ist. 



Dr. Ernst Schragenheim und seine Frau neben dem Grabstein seiner 1943 verstorbenen Mutter Henriette Schragenheim (geb. Goldschmidt), September 1989. Dr. Ernst Schragenheim, Enkel von Moritz Goldschmidt, gelang es im September 1989 erstmals, von Israel in seine in der DDR liegende ehemalige Heimatstadt Geisa zu reisen. In den 1930er Jahren hatte er Geisa verlassen. Seine Mutter Henriette Schragenheim hatte sich kurz vor ihrer Deportation das Leben genommen und wurde als letzte Person auf dem jüdischen Friedhof begraben. (Heimat- und Geschichtsverein „Geisaer Amt“, Sammlung Heinz Kleber)



Der 1988 errichtete Gedenkstein in Erinnerung an die jüdische Gemeinde und ihre 1938 zerstörte Synagoge, 2023.  Zehn Jahre nach der ersten Gedenkfeier errichtete der Kulturbund der DDR gemeinsam mit der Stadt Geisa am 9. November 1988 einen Gedenkstein am Ort der ehemaligen Eingangstreppe zur Synagoge. (Foto: Sophie-Marie Hohmann)


Anlässlich des 2021 begangenen Festjahrs „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ wurde ein Modell der Geisaer Synagoge als dauerhaftes Objekt in das Geisaer Stadtmuseum in der Anneliese-Deschauer Galerie integriert. Das Modell wurde im Rahmen einer Abschlussarbeit durch Schüler:innen der Regelschule in Geisa angefertigt. Aus demselben Anlass wurde in der Galerie eine Sonderausstellung der renommierten Berliner Künstlerin Dikla Stern präsentiert. Ihr Großvater Albert Stein wurde 1916 in Geisa geboren und konnte sich 1939 über Belgien nach Palästina retten. 


2022 wurden im Beisein von Nachkommen der Familie Stern erstmals Stolpersteine in Erinnerung an die während des Nationalsozialismus geflohenen oder in der Shoah ermordeten Jüdinnen und Juden aus Geisa verlegt. Für 2023 ist die Verlegung weiterer Stolpersteine geplant. Diese sind jedoch in der Stadtgesellschaft nicht unumstritten. Anders als üblich, sollen die kleinen Gedenktäfelchen in Geisa nicht an den einstigen Wohnorten der Verfolgten verlegt, sondern alle zusammen am Standort der ehemaligen Synagoge platziert werden.



Stolperstein für Nelly Manasse, geb. Stern, in der Schulstraße in Geisa, 2023. (Foto: Sophie-Marie Hohmann)

Quellen und Literatur

hw (Red.): Erste Stolpersteine in Geisa verlegt – Nachkommen der Familie Stern angereist, in: Fuldaer Zeitung, 26.5.2022, URL: www.fuldaerzeitung.de/huenfelder-land/erste-stolpersteine-geisa-verlegt-nachkommen-familie-stern-angereist-manuela-henkel-91572517.html (abgerufen am 30.05.2023)

Kleber, Heinz: Christen und Juden lebten einst friedlich zusammen. Aufstieg, Blütezeit und Niedergang der jüdischen Gemeinde Geisa (Rhön), hg. vom Heimat- und Geschichtsverein Geisaer Amt, 2021³.

Kleber, Heinz: Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde Geisa/Rhön, hg. von der Stadtverwaltung Geisa, Geisa 2003 (ergänzte Neuauflage 2009).

Kleber, Heinz: Chronik jüdischen Lebens in Geisa, in: Nothnagel, Hans (Hg.): Juden in Südthüringen geschützt und gejagt. Eine Sammlung jüdischer Lokalchroniken in sechs Bänden, Suhl 1999, S. 164–205.

Links

Ortsbeitrag zu Geisa auf alemannia-judaica.de: www.alemannia-judaica.de/geisa_synagoge.htm 

­


Autorin: Sophie-Marie Hohmann, Studentin der Friedrich-Schiller-Universität Jena

Dank: Großer Dank für die hilfreichen Hinweise und Unterstützung gilt Manfred Dittmar. 

Darüber hinaus danke ich dem bereits verstorbenen Heinz Kleber, ohne dessen langjährige Forschungsarbeit und Veröffentlichungen dieser Beitrag nicht in dieser Qualität vorliegen würde.