Grußwort des Beauftragten der Landesregierung für jüdisches Leben in Thüringen und die Bekämpfung des Antisemitismus
Liebe Besucherinnen und Besucher,
ich freue mich sehr, Sie auf dem Portal „Jüdisches Leben in Thüringen“ willkommen zu heißen. Diese Website ist weit mehr als eine Sammlung von Informationen – sie ist ein lebendiges Schaufenster für das beeindruckende Engagement zahlreicher Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Initiativen, kultureller Einrichtungen und Organisationen in unserem Land. Gemeinsam tragen sie dazu bei, jüdische Geschichte sichtbar zu machen, Gegenwart erfahrbar werden zu lassen und Zukunft aktiv zu gestalten.
Mein besonderer Dank gilt allen Verantwortlichen und Mitgestaltenden dieses Portals. Mit großem Einsatz sammeln, bündeln und präsentieren Sie Projekte, Bildungsangebote, Kulturveranstaltungen, Erinnerungsinitiativen und künstlerische Formate, die das vielfältige jüdische Leben in Thüringen auf besondere Weise beleuchten. Ihr Beitrag schafft Räume für Begegnung, Wissen, Dialog – und für eine Haltung, die Antisemitismus entschieden entgegentritt und demokratische Werte stärkt.
Das Portal zeigt, wie breit und kreativ das Engagement in Thüringen ist: von Gedenk- und Erinnerungsprojekten über schulische und außerschulische Bildungsarbeit, kulturelle Programme, historische Forschung, Ausstellungen, Stadtrundgänge und digitale Angebote bis hin zu gesellschaftlichen Initiativen, die neue Zugänge zum Thema eröffnen. Gerade diese Vielfalt ist ein Zeichen gelebter Verantwortung und Ausdruck einer wachsenden Sensibilität für unsere gemeinsame Geschichte.
In den kommenden Monaten und Jahren wird das Portal weiter ausgebaut. Neue Inhalte, weiterführende Materialien, zusätzliche Veranstaltungs- und Projektübersichten sowie interaktive Formate sollen das Angebot noch lebendiger und zugänglicher machen. Ziel ist es, ein wachsendes Netzwerk sichtbar zu machen, das Menschen verbindet, Wissen vermittelt und zur aktiven Auseinandersetzung einlädt.
Ich lade Sie herzlich ein, dieses Portal zu entdecken – als Ort des Lernens, des Erinnerns und des Miteinanders. Lassen Sie sich inspirieren von der Vielfalt der Initiativen, beteiligen Sie sich an Veranstaltungen oder Projekten und tragen Sie dazu bei, jüdisches Leben in Thüringen in seiner ganzen Breite wahrzunehmen und zu stärken.
Mit freundlichen Grüßen
Michael Panse
Glanzlichter
Im Rahmen des Themenjahres Neun Jahrhunderte Jüdisches Leben in Thüringen (1.10.2020–30.9.2021) entstand das Themenportal Menora | Jüdisches Leben in Thüringen als interaktiver Zugang zum vielfältigen jüdischen Erbe und der gelebten jüdischen Kultur der Gegenwart.
Zentrales Element ist eine virtuelle Karte historischer und aktueller Orte und Gebäude, darunter Synagogen, Schulen, Friedhöfe und Mikwaot. Highlightobjekte in Form von 360°-Innen- und Außenaufnahmen von Gebäuden und Orten, 360°-Objectmovies und 3D-Scans ausgewählter Exponate bieten weitere Zugänge zur Thematik. Ein besonderes Format im Portal ist die Digissage, ein virtueller Ausstellungsraum, der Events im Rahmen des Themenjahres auch in Form von Audio- und Videoformaten sowie 360°-dokumentierten Ausstellungen nachhaltig dokumentiert und langzeitarchiviert. Ebenfalls finden sich Hinweise auf eine Vielzahl von Aktivitäten engagierter Bürgerinnen und Bürger Thüringens, Vereine und Organisationen mit vielfältigen Projekten.
Erfahren Sie mehr über Jüdisches Leben in Thüringen und begeben Sie sich auf eine Reise durch Raum und Zeit. Viel Spaß beim Flanieren, Recherchieren und Entdecken.
32 | 1938 | 0 – Die Synagogen in Thüringen | Ausstellung
Chanukkatz oder Ruth, Chanukka und das Katzenwunder | Hörgeschichte
Das Tagebuch der Eva Schiffmann | Bildungsportal
Deutsche Erinnerungslücke KZ Ohrdruf | Partizipatives Projekt
Die Bauten des Martin Schwarz | Ausstellung
Die Erfurter Menora | Bildungsprojekt
Die Gothaer Synagoge lebt | Fassadenprojektion
Die Große Synagoge | The Great Synagogue | Virtual Reality
Gedenkbuch Thüringen & Die Namen schreiben, der Menschen gedenken | Partizipatives Projekt
Haus Schulenburg | Museum & Veranstaltungsort
Hörspaziergänge | Audiorundgänge
Inter Judeos | Digitale Schnitzeljagd
Jecheskiel David Kirszenbaum | Ausstellung
Jüdische Architekten der Moderne | Ausstellung
Jüdisches Leben in Rudolstadt | Ausstellung
Kinderstadtführer Erfurt | Bildungsprojekt
KuRs.B – Kultur- und Religionssensible Bildung | Fort- & Weiterbildungen
„LASST MICH ICH SELBST SEIN.“ – Anne Franks Lebensgeschichte | Ausstellung
Tora ist Leben | Veranstaltungsreihe
Tora, Talmud, Tefillot | Ausstellung
Orte und Stationen Jüdischen Lebens
Die Dichte und Vielfalt des Jüdischen Lebens in Thüringen wird mit einem kartographischen Blick auf Raum und Zeit besonders deutlich. An welchen Orten, jenseits der bekannten Einrichtungen, finden sich heute noch Spuren und Denkmale jüdischen Lebens? Neben Synagogen als augenscheinlichsten steinernen Chroniken und Friedhöfen als markanten Sehpunkten sind es auch einfache Wohnhäuser und Gebäudefronten, die Hinweise auf jüdisches Leben enthalten. Die Stolpersteine, dezentrales Denkmal und soziale Skulpturen, regen zur Kommunikation und Auseinandersetzung mit jüdischen Lebenswegen und Leidensstationen zur Zeit des Nationalsozialismus an.
Die Darstellung auf einer virtuellen Karte ermöglicht ganz unterschiedliche Perspektiven auf das jüdische Leben in Thüringen – damals und heute. Facetten sind neben religiösen Orten und Bauwerken auch aktive Vereine und Organisationen, Institutionen des jüdischen Alltages. Abgebildet in einem Koordinatennetz, als Wegmarken platziert, mit informativen Texten und detailreichen Fotoaufnahmen, bietet der Blick auf Thüringen spannende Details, die man digital entdecken kann und zum Besuch vor-Ort anregen sollen. In der aktuellen Situation ermöglichen 360°-Panoramaaufnahmen noch einmal ganz neue Zugangswege zu jüdischem Leben. Erfahren Sie mehr über Orte, Personen und Chroniken jüdischen Lebens in Thüringen!
360°-Panoramen
Mittels moderner Kameratechnik entstanden im Rahmen des Projektes MENORA vielfältige 360°-Panoramaaufnahmen von Orten jüdischen Lebens, virtuelle Dokumentationen von Ausstellungen und damit barrierefreie Möglichkeiten der Teilhabe an den Aktivitäten des Themenjahres.
Die digitalen Schaufenster wurden in Kooperation mit der rooom AG in Jena und dem EFRE-geförderten Innovationsprojekt cultur3D realisiert. Im Laufe des Themenjahres ist die Dokumentation weiterer Orte und Institutionen geplant, um uneingeschränkte Besuchserlebnisse zu schaffen – nicht nur in der aktuellen Krisenzeit, auch über das Themenjahr hinaus.
ÜBER DAS PROJEKT
Das Themenjahr Neun Jahrhunderte Jüdisches Leben in Thüringen (1.10.2020–30.9.2021) wurde durch die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) und das katholische Bistum Erfurt in Lebens gerufen, Unterstützung erfuhr es durch die Jüdische Landesgemeinde Thüringen (JLGT), großzügig finanziert wurden Festveranstaltungen, Konzerte, Ausstellungen und Bildungsprojekte durch die Thüringer Staatskanzlei (TSK).
MENORA ist aus einem Kooperationsprojekt der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek (ThULB) mit dem Förderverein für jüdisch-israelische Kultur in Thüringen e.V. hervorgegangen. Die inhaltliche Konzeption und Betreuung des Projektes erfolgte durch die Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek. Über den Förderverein konnte vielfältiges Wissen über jüdisches Leben, damals und heute, zusammengetragen werden.
MENORA steht als technische Infrastruktur bereit, um weiteren Wissen zu jüdischem Leben in Thüringen nachzuforschen, dieses aufzubereiten und über eine innovative Mediastage zu popularisieren. Nicht nur während des Themenjahres, sondern auch darüber hinaus, ist ein dauerhafter digitaler Wissensspeicher verfügbar, den es immer wieder neu zu besuchen gilt.
KONTAKT: menora(at)uni-jena.de